ta-siRNA Moleküle und Proteinproduktion

Pflanzen bieten für die Forscher eine ideale Möglichkeit, DNA und Gene zu untersuchen. Bei einem aktuellen Forschungsprojekt geht es nun darum, die regulatorischen RNA-Moleküle, die als „Transacting short interfering RNAs“ bezeichnet werden, zu untersuchen. Dazu werden die Pflanzen unter die Lupe genommen. Sie bilden Blätter und Wurzeln aus und das ihr ganzes Leben lang. Die Teile der Pflanze mögen zwar unterschiedlich sein, ihre Entwicklung wird jedoch in beiden Fällen durch die ta-siRNAs beeinflusst.

Proteine sind für das Wachstum von Lebewesen verantwortlich und erlauben es den Zellen, neue Formen zu bilden oder sich zu teilen. Die Gene werden aktiviert und schon setzt die Proteinproduktion ein. Die Informationen der Gene werden mit Hilfe der messenger-RNA transkribiert. Diese mRNA wird dann im Folgenden in die Proteine übertragen, eine so genannte Translation findet statt. Die Zellen sind aber in der Lage, ihre Produktion von Proteinen anzupassen. Dann wird die regulatorische RNA gebildet. Dies sind kleine Moleküle, die sich an die messenger-RNA andocken können und das bevor der Befehl zur Proteinproduktion gegeben wird. Die Forscher haben nun entdeckt, dass die Pflanzen das Wachstum von Blättern und Wurzeln feinabstimmen können und zwar ganz einfach durch die Blockierung bestimmter Proteine. Wo die kleinen Moleküle, die ta-siRNAs gebildet werden, wussten die Forscher bislang allerdings noch nicht.

Wissenschaftler der Universität Heidelberg haben diese Lücke nun aber geschlossen und haben herausgefunden, wo diese Moleküle gebildet werden. Es wurden Hotspots gefunden, an denen die Biogenese abläuft und an denen die RNA-Moleküle identifiziert werden können. Außerdem haben die Wissenschaftler herausgefunden, inwieweit sich Störungen in der Entwicklung der Pflanzen durch die Genetik erklären lassen. Die Funktion der ta-siRNAs zielt auch daraufhin ab, dass bestimmte Gene so beeinflusst werden, dass die Proteinproduktion aussetzt. Diese Erkenntnisse wollen sich die Forscher nun zu Nutze machen, wenn es darum geht, Erkrankungen des Menschen zu therapieren.