Molekularer Schalter beeinflusst Panikstörungen

Es gibt Menschen, die haben die Ruhe weg und sind der sprichwörtliche Fels in der Brandung. Dann aber gibt es Menschen, die scheinbar grundlos in Panik ausbrechen, hysterisch werden und unempfindlich für eine Ansprache durch andere. Doch was ist der Grund dafür? Warum sind manche Menschen scheinbar regelrecht gefährdet, eine Panikattacke zu bekommen? Diesbezüglich wurden Zwillingsstudien durchgeführt, das heißt, Beobachtungen an ein- und zweieiigen Zwillingen. Von Zwillingen weiß man, dass sie durch erbliche Faktoren zu rund 40 Prozent beeinflusst werden. Doch auch die Studie an Zwillingen konnte nicht nachweisen, auf welche Art und Weise die Gene für Panikstörungen verantwortlich sein sollen.

Die EU hat ein Forschungsprojekt finanziert, bei welchem es darum geht, die microRNA zu identifizieren, die für Panikstörungen verantwortlich sein könnte.  Die microRNA sind nur kleinen Teile der RNA. Sie binden sich an die DNA und sind in der Lage, genetische Informationen zu übersetzen. Damit werden Enzyme, Hormone und Proteine gesteuert. Ein Wissenschaftlerteam stellte Vergleichsstudien an und konnte so nachweisen, dass es vier microRNA gibt, die auch an den so genannten Risikogenen beteiligt sind. Diese Risikogenen müssen sich erst entwickeln, sind dann aber für Panikstörungen verantwortlich zu machen. Durch diese Entdeckung könnte der Bereich der Panikstörungen nun ganz neu entdeckt und erklärt werden.

Bislang gehen die Forscher außerdem davon aus, dass microRNA auch für genetische Auffälligkeiten verantwortlich ist. Das heißt, sie ist „schuld“ an bestimmten Erkrankungen, die das zentrale Nervensystem betreffen. Beispiele dafür sind zum Beispiel Schizophrenie, Parkinson oder auch Alzheimer. Das Forschungsprojekt, welches sich mit den molekularen Schaltern, die die Panikstörungen verursachen, beschäftigt, wurde im Biological Psychiatry vorgestellt, einem Fachmagazin. Die Europäische Union bezuschusst das Projekt durch verschiedene Programme, wie SIROCCO, ENGAGE oder auch OPENGENE. Diese Programme gehören zum 7. Forschungsrahmenprogramm, welches noch bis 2013 läuft. Die Projekte werden danach wahrscheinlich weitergehen, auch wenn das Forschungsrahmenprogramm durch ein anderes abgelöst wird.