RNA/Ribonukleinsäure

Die Ribonukleinsäure oder RNA isteine Nukleinsäure, die nur als einzelner Strang vorkommt. Hier liegt der Unterschied zur DNA, die als Doppelstrang vorhanden ist. Die RNA ist maßgeblich daran beteiligt, dass genetische Informationen in Proteine umgewandelt werden. In jeder Zelle eines Lebewesens befindet sich die gleiche Information über Merkmale und Eigenschaften. Das heißt, diese Information liegt in zig-facher Kopie vor. Biologisch wirksame Proteine werden aber nicht im Zellkern hergestellt, sondern außerhalb. Enzyme und Proteine sowie weitere Moleküle werden an den Ribosomen hergestellt, was im Zuge der so genannten Translation geschieht. Nun stellt sich folgendes Problem: Die DNA wird im Zellkern gelagert, die Proteine werden aber außerhalb desselben gebildet. Die Information für die Herstellung der Proteine muss nun also aus dem Kern heraus zu den Ribosomen gebracht werden.

An der Stelle kommt die RNA ins Spiel. Sie ist Träger der Informationen, sie trägt das Material, mit dem Transkripte, also Abschriften, hergestellt werden. Wenn eine Zelle der Bauchspeicheldrüse Insulin produzieren soll, so wird eine RNA-Kopie über das Insulingen aus der DNA hergestellt. Innerhalb des Zellkerns erfolgt ein Editieren der Abschrift. Dann erfolgt das Splicing, das Vorbereiten auf den Versand. Dabei kommt die mRNA heraus, die messenger-RNA. Sie wird auch als Boten-RNA bezeichnet. Diese mRNA ist sehr klein und wird durch die Poren des Zellkerns transportiert. Diesen Transport in das Zytoplasma übernehmen die Proteine. Wenn die mRNA nun beim Ribosom angelangt ist, dann wird sie sozusagen zur Vorlage für die Produktion des benötigten Insulins verwendet. Wenn das Produkt, bei unserem Beispiel das Insulin, fertig ist, steht es dem Körper also zur Verfügung. Das fertige Produkt wird dabei auch als Genexpression bezeichnet oder als Ausprägung des Gens. Die gesamte Erforschung dieser Zusammenhänge und der Vorgänge im Körper eines Lebewesens wird durch die Genomik untersucht.